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  Der Neger im Wandel
 


Der Neger im Wandel

Der Siedlungsneger könnte sein Leben leichter und wohl auch erfolgreicher leben, wenn er sich Siedlungsschwarzer nennen würde. Der Neger in seinem Namen hält manchen auf Distanz, weil er Rassismus wittert. Dass diese Sorge nicht berechtigt ist, soll diese Ausführung aufzeigen.
 
In unserem Land hat der Neger nach dem verlorenen Krieg seine Unschuld eingebüßt. Neger ist heute eine weitgehend als abwertend verstandene Bezeichnung für Menschen dunkler Hautfarbe. Das ist im Wesentlichen der Bürgerechtsbewegung in Amerika geschuldet. Nigger ist in diesem Land ein Schimpfwort und wenn ein Deutscher 'Neger' sagte, verstand die Besatzungsmacht 'Nigger'. Das konnte gefährliche Konsequenzen haben.
 
Es dauerte bis Mitte der 1970er Jahre, dass auch in deutschen Wörterbüchern der Neger zum Problemwort wurde.
 
Dass es bis Anfang der 1990er Jahre dauerte bis die Eissorte „Negerlein“ der Dr. Oetker GmbH (ein mit Schokolade überzogenes Vanilleeis) umbenannt wurde und einige Jahre später sich die Warenbezeichnung „Negerküsse“ in „Schokoküsse“ wandelte, ist Beleg dafür, dass Neger einst kein Problemwort war. Es dauerte also seine Zeit, bis sich in den Köpfen der Deutschen das Problem einstellte.
 
Dieser Sachverhalt ist interessant, den wahren Siedlungsneger hat das aber nie gejuckt.
 
Der Siedlungsneger
 
Der Siedlungsneger war schon ausgestorben als Anfang der 1970er Jahre sein Namensvetter offiziell zum Problem wurde. Vorher war er nur in Erscheinung getreten, wenn er in der Mittagspause nach Hause eilte. Die Mittagszeit war so kostbar, dass viele nach der Pause immer noch Neger waren, wenn sie zurück zum Arbeitsplatz hasteten, oft im Dauerlauf. Denjenigen, die zu Hause nicht nur ihre Hände gereinigt hatten, war der Neger dann nicht mehr anzusehen. Diese Nahaufnahme ist von einem gewaschenen Siedlungsneger überliefert:

Das Pseudonym 'Siedlungsneger' hinter dem der Autor sich versteckt, hat er nicht erfunden. Dieser Begriff ist ein Wort der deutschen Sprache, das heute nur noch extrem selten zur Anwendung kommt. Genauer gesagt: Im Internet ist unser Siedlungsneger so ziemlich der Einzige, der es einsetzt. Noch genauer: Wenn man bei Google nach diesem Wort sucht, beziehen sich mehr als 99,9 % der ermittelten Beiträge auf unseren Siedlungsneger. Er ist somit ein hervorragendes Alleinstellungsmerkmal. Von den etwa 2000 bei Google aufgelisteten Eintragungen, bezieht sich lediglich eine einzige auf einen anderen Verfasser.
 
Dies verwundert nicht, wenn man weiß, dass die wahren Siedlungsneger längst ausgestorben sind und ihre Nachkommen die Abstammung nicht erwähnenswert finden. Der Siedlungsneger war in der Regel einfacher 'Malocher' und somit Angehöriger der gesellschaftlichen Unterschicht.
Das Wort wurde in der Eisenbahner-Siedlung in Frankfurt-Nied geboren.
 
Siedlungsneger nannte man die Anwohner dieser Siedlung früher, weil sie besonders in der Mittagspause verrußt und schwarz von ihrer Tätigkeit im Ausbesserungswerk für Dampflokomotiven durch die Siedlung nach Hause eilten. Mit dem Niedergang der Dampflokomotiven starben die Siedlungsneger aus.
 
Unser Siedlungsneger hat dieses Wort als Pseudonym gewählt, weil er seine Kindheit und Jugend in dieser Siedlung verbracht hat. Das ist lange her, aber er fühlt sich der Eisenbahner-Siedlung immer noch verbunden.
 
Der Siedlungsneger als Kunstfigur
 
Die Kunstfigur 'Siedlungsneger' ist in etwa das Gegenteil seines Mentors. Wenn wir dessen Eigenarten aufzählen, wissen wir, was der Siedlungsneger nicht ist:
 
zurückhaltend
leise
hilfsbereit
geduldig
(und weitere meist gute Eigenarten)
 
Was dem Siedlungsneger die meiste Freude bereitet, amüsiert insbesondere das familiäre Umfeld am wenigsten:
Sich weit aus dem Fenster lehnen!
 
Es ist nicht leicht ihn zu mögen. Das aber, sollte nicht am Neger liegen.



 
  Die Meinung des Siedlungsnegers ist nicht immer die des Autors!  
 
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